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Wiedervereinigung der Mongolen?

Dienstag, Oktober 4th, 2011

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Nur auf den ersten Blick sehr ähnlich, innere und „äußere“ Mongolei 

Am Tag der deutschen Einheit ist mir gerade mal wieder eine Frage durch den Kopf geschossen, die ich so gestellt nicht nur einmal von Deutschen an Mongolen gehört hatte, nämlich die nach einer Wiedervereinigung der Äußeren mit der Inneren Mongolei. Also der Republik Mongolei mit dem Autonomen Gebiet Innere Mongolei in China.

Ich glaube eine Mongole würde diese Frage kaum stellen, aber von Touristen wie gesagt, habe ich das schon ab und an mal gehört.

Es ist überhaupt so eine komische Sache mit der Inneren und der Äußeren Mongolei, es gibt im Westen nicht wenige Leute, die erzählen davon in der Mongolei gewesen zu sein und am Ende waren sie aber in der Autonomen Region in China. Wenn ein Chinese nach München fliegt, da wird er ja auch nicht erzählen, er fliegt in den Freistaat Bayern, ich denke er fliegt nach Deutschland. Es gab sogar eine Zeit, da schrieb ein westlicher Ethnologe über die mongolische Kultur und bezog sich dabei immer auf die Innere Mongolei und am Ende des Aufsatzes stand sinngemä߅..es leben auch Mongolen in der von der Sowjetunion dominierten so genannten Mongolischen Volksrepublik, dort ist die typische mongolische Lebensweise aber weitgehend verdrängt.      

So einen Unsinn braucht man nicht weiter zu kommentieren, aber wie sieht es nun eigentlich mit einer Wiedervereinigung aus? Wenn man mal die Geschichte betrachtet, dann gab es die Unterscheidung in die Innere Mongolei und die Äußere Mongolei selbst in der Zeit, als beide Regionen zum chinesischen Staat gehörten und das über mehrere Jahrhunderte. Auch da gab es Unterschiede in der Lebensweise. Was aber in den letzten 90 Jahren passiert ist, waren zwei völlig unterschiedliche Entwicklungen.

Auf den ersten Blick kann man schon  Gemeinsamkeiten ausmachen, hier wie dort leben die Viehzüchter in Jurten und die Art und Weise der Viehhaltung ist erstmal ziemlich gleich. Aber selbst wenn man mal die traditionelle Lebensweise vergleicht gibt es Unterschiede, in der Inneren Mongolei verwendet man neben chinesischen Schriftzeichen die alte mongolische Schrift in der Mongolei schreibt man kyrillisch. In der Inneren Mongolei betreibt man ziemlich ernsthaft den tibetischen Buddhismus, in der Mongolei ist man weniger religiös und wenn, dann hängt man heute eher schamanischen Ritualen an. Phonetisch kann ein Mongole aus der Inneren Mongolei kaum verbergen, dass er in China zu Hause ist, es singt und klingt wie in einer Peking Oper.

Nehmen wir mal die praktische Seite einer Wiedervereinigung. Abgesehen davon, dass chinesische Regierung sicher was dagegen hätte, in der Inneren Mongolei leben weniger als 20 Prozent Mongolen, was würde man mit den 80 Prozent Chinesen machen, werden die dann Ausländer oder siedelt man sie um?

Es gibt auch nicht mal eine gemeinsam Spurweite für die Eisenbahn und zwischen den beiden dann größten Städten keine durchgängige Straßenverbindung.

Bleibt noch die Frage nach dem Nutzen und für wen? Für die Mongolen in der Inneren  Mongolei wäre das nahezu die gleiche Situation wie heute, sie wären wohl so eine Art  autonomes Gebiet innerhalb der Mongolei, über 1000 Kilometer von der Hauptstadt Ulaanbaatar, getrennt durch eine Wüste und ohne große Aussichten in den Hierarchien und Strukturen der Mongolei einen wesentlichen Platz einzunehmen. Wirtschaftlich gesehen wäre es nicht viel anders, denn in der  Inneren Mongolei gibt es kaum größere Firmen in mongolischem Besitz, in Ulaanbaatar hat man dagegen schon den Kuchen aufgeteilt. Man wäre also wirtschaftlich wieder von den Chinesen oder den Landsleuten aus der Republik Mongolei abhängig.

Da der mongolische Staat wesentlich weniger potent ist als der chinesische, würde sich die Infrastruktur deutlich langsamer entwickeln als heute.

Nun zu den „äußeren“ Mongolen, was hätten die davon, mal vorausgesetzt die vielen Chinesen ließen sich ausbürgern, sie wären die Minderheit im eigenen Land, denn die Mongolen in China sind deutlich mehr an der Zahl. Die bisher sehr geringe Analphabetenrate in der Mongolei würde dramatisch steigen, da die neuen Bürger entweder das Kyrillisch nicht lesen und schreiben könnten oder überhaupt zum großen Teil noch Analphabeten sind.

Man müsste mit einem großen Aufwand zwischen beiden Gebieten erstmal Verkehrswege schaffen und man würde interessante Altlasten übernehmen, wie vom unkontrollierten Kohlebergbau völlig verseuchte Landstriche, riesige Truppenübungsplätze und ein Testgelände für oberirdische Kernwaffenversuche. Dazu die zunehmende Desertifikation und medizinische Versorgungsstruktur aus dem Mittelalter.

Wenn man mal diese Aspekte betrachtet, dürfte neben der politischen und organisatorischen Unmöglichkeit vor allem auch der Punkt, dass keine der beiden Seiten davon wirklich einen Vorteil, hat eine Wiedervereinigung unmöglich machen.     

 

               

Staatsbesuch der Bundeskanzlerin in der Mongolei

Montag, September 26th, 2011

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Foto: Bundesbildstelle

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am 12. Oktober der Mongolei einen Staatsbesuch abstatten. Die Einladung dazu hatte sie bereits im März 2009 von Premierminister Sanjaa Bayar erhalten und seit Anfang September steht nun fest, dass sie fliegen wird. Den Besuch verbindet sie mit einer Vietnamvisite, die sie ursprünglich im Juni absolvieren wollte, aber wegen innenpolitsicher Termine verschieben musste. Bleibt zu hoffen, dass die Mongolei nicht nur die Beigabe zum Vietnambesuch wird. Die Voraussetzungen für einen Besuch mit Ergebnissen sind eigentlich gut. Das die Mongolei für die Kanzlerin nicht irgendein Land ist weis man spätestens seit einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt vor ziemlich genau zwei Jahren, als sie auf ihre Reiseträume nach der Kanzlerschaft angesprochen, die Mongolei genannt hat. Unabhängig davon, korrespondiert der Besuch aber auch mit den aktuellen Aktivitäten der deutschen Wirtschaft, namentlich des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), eine Allianz zur Rohstoffsicherung (ARS) zu gründen, die sich mit Unterstützung der deutschen Regierung um die Sicherung des Zuganges zu strategischen Rohstoffen bemühen will. Wie man weis eine Idee, die auch von der Kanzlerin getragen wird.

Im Vorfeld des Besuches hat man schon ein Abkommen dazu mit der Mongolei vorbereitet und die Erwartungen scheinen entsprechend hoch zu sein. Tatsächlich ist es natürlich kein Geheimnis mehr, dass die Mongolei zu den Rohstoff-Global-Playern dieser Erde gehört und dass die deutsche Wirtschaft bisher in der Mongolei eher unterrepräsentiert ist. Ein Zustand, den der Besuch der Kanzlerin hoffentlich bald verändert. Wichtig ist natürlich auch, wer in der begleitenden Wirtschaftsdelegation mitreist, konkrete wirtschaftliche Kontakte werden immer noch zwischen Unternehmen geschlossen und nicht zwischen Regierungen. So mancher Unternehmer könnte dann vielleicht doch auf den Geschmack kommen, denn die Kulisse von Ulaanbaatar mit ihren zahlreichen Baustellen und den Oberklassefahrzeugen im Straßenbild lässt sicher bei dem einen oder anderen Manager das Gefühl entstehen, auch hier kann man Geld verdienen. Stimmt dann noch die Chemie zwischen der Kanzlerin und ihren Gastgebern könnte sich das auch positiv auf den Begleittross auswirken. Die Voraussetzungen dafür sind eigentlich ganz gut, es treffen sich ja sozusagen alte „Ossis“, die Kanzlerin spricht russisch, die meisten ihrer mongolischen Partner beherrschen diese ehemalige Brudersprache auch perfekt, kommt noch ein wenig mongolische Charmeoffensive in Verbindung mit der oben erwähnten Sympathie der Kanzlerin zur Mongolei zum Tragen, dann wird es schon klappen. Ein Gastgeschenk, wie in der Mongolei immer üblich, hat die Kanzlerin auch im Gepäck, nach Presseinformationen soll nämlich der ehemalige mongolische Geheimdienstchef, Khurts, aus der Gefangenschaft in Deutschland entlassen werden. Er war ja wegen Entführung in Großbritannien verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert worden.  Ein Thema, dass die mongolischen Regierungspolitiker in den letzen Monaten stark beschäftigt und die deutsch-mongolischen Beziehungen zumindest angekratzt hatte.

Also dann eine schöne Reise Frau Merkel und hoffentlich gute Ergebnisse!